Pilot Pathway Rewilding Prozess (2024)

In einem Synthese-Prozess aller Arbeitspakete von dem Projekt REWILD_DE (siehe unten) sollen innerhalb eines
Pilotprojektes, dem sogenannten Rewilding-Pathways-Piloten (im Folgenden “Pilot”),
auf lokaler Ebene, insb. in der Gemeinde Rothenklempenow im Landkreis
Vorpommern-Greifswald, die Möglichkeiten der praktischen Umsetzung von
Rewilding-Maßnahmen eruiert und deren tatsächliche Realisierung unterstützt
werden. Dabei auftretende Wissensbedarfe, die sich für diesen Prozess als erforderlich
erweisen, jedoch nicht im Rahmen der Arbeitspakete des Projekts geleistet werden
können, werden prozessorientiert durch Machbarkeitsstudie(n) ergänzt.
Für die Umsetzung des Piloten wird vom Projektteam ein Prozess entwickelt und
durchgeführt, in dem zunächst ein breites Verständnis und eine gemeinsame
Herangehensweise entwickelt und dann in Detailbetrachtungen konkrete
Umsetzungsperspektiven erarbeitet werden. Dies geschieht mit dem Ziel, „Rewilding“
in der Kulturlandschaft zu erproben, d.h. natürliche Prozesse zu unterstützen, die
vielfältige Landschaften gestalten, sowie gestörte Ökosysteme zu regenerieren und
stark geschädigte Landschaften wiederherzustellen, ohne dabei eine
landwirtschaftliche Nutzung aufzugeben.

Das Pathway Pilotprojekt ist ein Teilprojekt REWILD_DE Projekt

Seit November 2021 wird das vom Bundesministerium für Bildung und Forschung
(BMBF) geförderte Forschungsprojekt „REWILD_DE – Erhaltung von Biodiversität und
Inwertsetzung von Ökosystemleistungen durch Rewilding – Vom Oderdelta lernen“
durchgeführt. Wissenschaftler:innen und Praktiker:innen befassen sich im Rahmen des
dreijährigen Projekts gemeinsam mit den Potenzialen von „Rewilding“ als neuartiges
Naturschutzkonzept für die Wiederherstellung der biologischen Vielfalt und die
Förderung einer Natur basierten ökonomischen Entwicklung des Modellgebiets
Oderdelta in Vorpommern. Darüber hinaus untersuchen sie, inwieweit die
gewonnenen Erfahrungen und Ergebnisse auf den überregionalen Biodiversitätsschutz
übertragbar sind. Koordiniert wird das Projekt am Helmholtz-Zentrum für
Umweltforschung (UFZ), Projektpartner sind das Deutsche Zentrum für integrative
Biodiversitätsforschung (iDiv) und die Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg
(MLU), die Hochschule für nachhaltige Entwicklung Eberswalde (HNEE) sowie der
Verein Rewilding Oder Delta e. V. (ROD) als Praxispartner im Untersuchungsgebiet.

 

Am 26/27.06.2024 wurde das Ergebnis des Projektes im Rahmen der REWILD_DE Konferenz vorgestellt.

Mit über 100 Teilnehmer*innen zielte die Konferenz vor allem darauf ab, die Anwendung des Rewilding-Ansatzes in Kulturlandschaften zu diskutieren und ökologische, ökonomische und soziale Chancen sowie Hindernisse von Rewilding in Deutschland zu beleuchten. Dazu berichteten Vertreter*innen der Global Rewilding Alliance, von Rewilding Europe und dem deutschen Rewilding-Modellgebiet „Oder-Delta“ aus der Rewilding-Praxis. Andererseits wurden Räume für Austausch in Form von Kleingruppenworkshops entlang der folgenden drei Themen und Fragestellungen angeboten:

  • Rewilding zwischen Politiken und lokaler Realität: Wie konnten Rewilding-Ansätze in Politikinstrumenten berücksichtigt werden?
  • Menschen machten Rewilding-Landschaften: Welche Rolle konnten partizipative und künstlerische Formate spielen, um ein Bewusstsein für die Natürlichkeit von Landschaften herzustellen?
  • Die Ökonomie von Rewilding: Welche neuen Formen des Wirtschaftens ergaben sich in Rewilding-Landschaften?

Die Konferenz „REWILDING – Eine Perspektive für mehr Natur und regionale Entwicklung“ fand im Rahmen des Forschungsprojekts „REWILD_DE – Erhaltung von Biodiversität und Inwertsetzung von Ökosystemleistungen durch Rewilding – vom Oderdelta lernen“ statt, das vom Bundesministerium für Bildung und Forschung gefördert wurde.

Die Konferenz hat Akteure der Naturschutzpraxis vernetzt und richtete sich an Vertreterinnen von Kommunen, der Naturschutzverwaltung, von Verbänden und Initiativen, aber auch an interessierte Wissenschaftlerinnen.

Viel gemeinsame Arbeit am Standort in Rothenklempenow wurde veröffentlicht:

In den letzten zwei Jahren haben wir gemeinsam mit den Akteuren in Rothenklempenow Landschaftsszenarien für 2035 entwickelt. Diese wurden in einer Broschüre zusammengefasst und auf der Konferenz vorgestellt und veröffentlicht. Die Resonanz war äußerst positiv, insbesondere der ganzheitliche Ansatz, ganze Landschaften zu betrachten und umfassende Gesamtkonzepte zu entwickeln, fand großen Anklang.

Das RCE Stettiner Haff hat als Regionalpartner des Teilprojektes Pathway Rewilding für die Einbindung der Region gesorgt. Vom RCE Stettiner Haff waren Jochen Elberskirch (Naturparkleiter), Heike Kühner (Höfegemeinschaft Pommern) und Uwe Greff (BioBoden Genossenschaft) dabei, so auch Vorstand und Mitwirkender Tobias Till Keye (Projekt N – Agentur für nachhaltige Entwicklung). Die Borschüre wurde von Co-Land illustriert und mit erarbeitet. 

Hier gibt es die Broschüre zum Download.

Ansprechpartner:
Tobias Till Keye (Projekt N – Agentur für nachhaltige Entwicklung)
Augustin Berghöfer (UFZ – Helmholtzzentrum für Umweltforschung Leipzig)